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Wege zu verschiedenen Alternativen

Vor jedem Entscheid müssen verschiedene Möglichkeiten und Alternativen aufgezeigt werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass eine Entscheidung getroffen wird, welche aller Wahrscheinlichkeit nach auch die richtige ist.

Grundsätzlich stehen drei Wege zur gezielten Auffindung von Alternativen zur Auswahl:

  • Brainstorming
  • Gruppenarbeit
  • Einzelarbeit

Je nach Zusammensetzung der Teilnehmenden ist der eine oder andere Weg der effizientere. 

  • Das Brainstorming ist für die Sitzungsleitung leicht kontrollierbar, da alles unter seiner Obhut geschieht. 
  • Die Gruppenarbeit setzt voraus, dass sich die Mitglieder jeder Gruppe der Zielsetzung klar bewusst sind oder dass jede Gruppe eine kompetente Leitung hat.
  • Die Einzelarbeit kann sowohl als Vorbereitung auf eine Sitzung als auch während einer länger, meist mehrere Tage dauernden Sitzung eingebaut werden.

Brainstorming

Das Brainstorming (Gedankensturm) eignet sich ausgezeichnet, wenn

  • in möglichst kurzer Zeit 
  • möglichst viele Ideen - auch ausgefallene -
  • von möglichst vielen Personen 

zu möglichen Lösungsansätzen führen sollen.

Der äusserst positive Aspekt dabei ist, dass mit jeder Wortmeldung eines Teilnehmers bei anderen Teilnehmenden immer wieder neue Gedankengänge ausgelöst werden, welche sie wiederum zu neuen Ideen bringen.

Die Kontrolle, dass das Thema dabei nicht plötzlich verlassen wird, ist durch die intakte Zusammensetzung der gesamten Gruppe gegeben. Die Sitzungsleitung kann jederzeit korrigierend einwirken.

Während des Brainstormings müssen gewisse Grundregeln beachtet werden:

  • Es wird mit einem oder mehreren Flip-Chart gearbeitet
  • Jede Wortmeldung wird notiert - auch doppelte
  • Keine Wortmeldung wird gewertet
  • Es sind keine Diskussionen zulässig
  • Es muss genügend Freiraum für Denkpausen vorhanden sein
  • Die Sitzungsleitung muss notfalls selbst Anregungen bringen
  • Inaktive Teilnehmer müssen durch die Sitzungsleitung animiert werden
  • Entscheidend ist die Quantität, nicht die Qualität

Gruppenarbeit

Insbesondere wenn die Teilnehmenden sich im zur Diskussion stehenden Thema sehr gut auskennen, kann die Gruppenarbeit sehr effizient sein. Die Gruppenarbeit bedingt jedoch ein entsprechendes Mass an Disziplin. Es muss verhindert werden, dass bereits während der Erarbeitung von Vorschlägen Bewertungen durchgeführt werden. Die Sitzungsleitung - als neutrale Person - kann sich zu Kontrollzwecken laufend von Gruppe zu Gruppe bewegen. Gleichzeitig kann sie dadurch verhindern, dass anstelle der Lösungsfindung „Fachsimpeleien“ oder „Privatdiskussionen“ entstehen.

Bei Gruppenarbeiten ist eine exakte Zeitvorgabe sehr wichtig, damit alle Teilnehmenden die entsprechende Einteilung vornehmen können. Diese Zeitvorgabe ist zwingend.

Nach Abschluss der Gruppenarbeit präsentiert ein Mitglied der jeweiligen Gruppe die erarbeiteten Ideen. Die Präsentation erfolgt mittels Folien, Flip-Chart oder Papierkopien. Sollten während der Präsentation der einzelnen Ideen plötzlich neue Ideen entstehen, so können diese ohne weiteres zugelassen und aufgeschrieben werden. Dies wäre dann eine zusätzliche Gruppenarbeit, erarbeitet von allen Teilnehmenden.

Der Vorteil bei der Gruppenarbeit liegt darin, dass bereits weit voraus gedachte Lösungsvorschläge präsentiert werden. Diese müssen - nach deren Bewertung - nur noch in der bekannten Kleinarbeit verfeinert und realisierbar gemacht werden.

Einzelarbeit

Handelt es sich bei den Sitzungsteilnehmenden um Spezialisten oder ist eine Person mit einem speziellen Thema besonders gut vertraut - oftmals in Geschäftsleitungssitzungen - ist die Einzelarbeit als Vorbereitung sehr gut geeignet. Es kommen dann bereits weitgehend durchdachte Lösungsvorschläge zur Bewertung an die Sitzung.

Bei längeren Sitzungen - beispielsweise Strategiesitzung die drei Tage dauert und extern abgehalten wird - können nach der Erarbeitung von Vorschlägen aus einem Brainstorming oder einer Gruppenarbeit auch Einzelarbeiten den nächsten Schritt bedeuten.

Einzelarbeiten sollten aber nur dann durchgeführt werden, wenn im Rahmen der Sitzung daraus folgende weitere Entscheidungen notwendig sind. Andernfalls sind es zu delegierende Aufgaben, die dann an einer nächsten Sitzung detailliert besprochen werden.

Allgemeines

Bei allen Arten - Brainstorming, Gruppenarbeit, Einzelarbeit - ist es wichtig, dass diese schriftlich erfolgen. Dazu eignen sich primär Flip-Charts, Packpapier oder Arbeitsblätter. Elektronische Hilfsmittel eigenen sich - abgesehen von digitalen Whiteboards –meist nicht. 

Die Problematik vieler Sitzungen sind die endlos langen Diskussionen, welche sich meist nach einiger Zeit im Kreise zu drehen beginnen. Insbesondere als neutraler Beobachter kann dies immer wieder festgestellt werden. Dies kann durch die Schriftform weitgehend eliminiert werden.

Sehr wichtig ist das Unterlassen von vorschnellen Bewertungen. Oftmals kommen gute Lösungsansätze erst gar nicht zur Bewertung, weil sie bereits im vornherein eliminiert wurden. Nicht selten sind genau diejenigen Vorschläge, welche beim ersten Hinsehen als sinnlos erscheinen, diejenigen, welche am Ende zur Lösung am meisten beitragen.

Alle Lösungsvorschläge werden aufbewahrt! Der Zeitpunkt der Vernichtung dieser Unterlagen ist von der Thematik abhängig.