Zum Hauptinhalt springen

Bewertung von Führungskräften

Ergänzend zu den grundsätzlichen Regeln und Aussagen in Arbeitszeugnissen, werden bei Führungskräften die verschiedenen Elemente der Führung ihrer Mitarbeitenden bewertet. Wichtigste Punkte sind Sozialkompetenzen, Förderung von Mitarbeitenden, Motivation, Leistungsorientierung, Akzeptanz und die Beeinflussung des Arbeitsklimas. Diese Themenkreise müssen – wie in allen Zeugnissen – messbare Aussagen beinhalten. Daher ist es beispielsweise sinnlos, Führungsstile zu erwähnen, da diese in der Regel nicht messbar sind.

Wesentliche Punkte im Arbeitszeugnis bezüglich Führungsleistung und -qualifikation sind:

  • Mitarbeiterführung und Führungsverhalten
  • Die für die Stelle und die Zielerreichung relevanten Leistungen
  • Erfolge und erzielte Resultate und Ergebnisse
  • Sozialkompetenzen und unternehmerische Denken und Handeln

Leistungsbereiche

Vorausgesetzt es bestehen umfassende Stellenbeschreibungen und Anforderungsprofile, können die massgeblichen Angaben daraus entnommen und bewertet werden. Nennt man Bereiche die darin nicht enthalten sind, kann dies beim lesen des Zeugnisses als ungenügende Leistungen in den wichtigen Bereichen interpretiert werden. 

Mitentscheidend bei der Ausformulierung der verschiedenen Bereiche und deren Detaillierungsgrad sind auch unternehmensbezogene Anforderungen im Zusammenhang mit den Führungsaufgaben und insbesondere der Unternehmenskultur. So sind beispielsweise Anforderungen und Kultur in einem Produktionsbetrieb oftmals anders, als im reinen Dienstleistungssektor oder einen sozialen Einrichtung.

Folgende Leistungsaussagen sollen in der Regel konkret in einem Arbeitszeugnis enthalten sein, da sie für die meisten Unternehmen von Interesse sind:

  • Abgeschlossene Projekte und erzielte Resultate
  • Unternehmerisches Denken und Handeln
  • Umsetzungsstärke und Handlungsorientierung
  • Beitrag zum Unternehmenserfolg als Ganzem
  • Weiterbildungen und damit erzielte Verbesserungen/Resultate
  • Eigene Entwicklung, Laufbahn und Kompetenzerweiterungen
  • Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungsbereiche insgesamt
  • Messbare Resultate wie Fluktuation, Umsatz, Marktanteile, usw.

Erzielte Resultate

Wie auch bei Arbeitszeugnissen von Mitarbeitenden ohne Führungsfunktionen, sollen auch diese individuellen Zeugnisse konkrete Erfolge, erzielte Resultate und Ergebnisse enthalten. Ebenso sollen sie mit konkreten Beispielen, beispielsweise einem Projekterfolg oder einer Kernzielerreichung versehen sein. Führungskräfte werden in der Praxis fast immer stark – manchmal zu stark - an erzielten Leistungserfolgen und Arbeitsresultaten gemessen.

Neue Arbeitgebende wollen bei qualifizierten Führungskräften besonders konkret wissen, ob die bewerbende Person bereits erfolgreich gearbeitet hat, sie bei Problemlösungen aktiv unterstützen kann und vor allem welche Resultate dabei in der Vergangenheit erzielt wurden. Messbare Resultate, wie Umsatzziele, Ausschussreduktionen, Fluktuationssenkungen, Kundenportfolio- Verbesserungen, usw., die eine starke und authentische Aussagekraft haben sollen deshalb im Arbeitszeugnis für Führungskräfte enthalten sein. Dazu gehören folgende Elemente:

  • Stärken und Fähigkeiten , welche gewinnbringend eingesetzt wurden
  • Nutzen, den das Unternehmen dabei erzielte
  • Verbesserungen und Optimierungen , die konkret erzielt wurden
  • Kompetenzen, mit denen die Führungskraft die Resultate und Erfolge erzielte
  • Ergebnisse und Erfolge, welche die Führungskraft mit ihrer Arbeit erzielt hat
  • Beitrag der Führungskraft zum Unternehmen als Ganzes
  • Beiträge zur Zielerreichung und zu Strategieumsetzungen
  • Kernkompetenzen und Erfolgsfaktoren, welche messbaren Einfluss auf die Leistungen hatten

Je nachdem, ob eine Führungskraft der unteren, mittleren oder höheren Führungsebene angehört, sind andere Bereiche relevant. Die Managementebene beispielsweise beeinflusst die zu nennenden Leistungsbereiche ebenfalls. Auf dieser Ebene sind jedoch vielmehr das unternehmerische Denken, die Entwicklung von Strategien oder die Erschliessung neuer Absatzmärkte gefragt.

Verhalten und Sozialkompetenzen

Verhaltensbeurteilung und Sozialkompetenzen müssen ebenfalls konkret bewertet werden. Angaben wie „wir schätzten seine hohe Sozialkompetenz“ sagen nichts aus und können im dümmsten Fall auch noch negativ ausgelegt werden. Aktuell sind Teamfähigkeit, emotionale Intelligenz, Sozialkompetenzen sowie Kommunikationsfähigkeiten elementare Anforderungen an Führungskräfte. 

Grundsätzlich gehören zur Beurteilung des Verhaltens folgende drei Kategorien:

  • Sozialkompetenzen, Charakter und Persönlichkeitsmerkmale
  • Internes und externes Verhalten im Umgang mit Menschen
  • Spezifisch arbeits- und leistungsbezogenes Verhalten 

In diese drei Kategorien gehören unter anderem:

  • Persönlichkeit, Ausstrahlung, Repräsentanz und Charisma 
  • Mitarbeiterförderung, Personalentwicklung, Laufbahn und Kompetenzerweiterungen der Mitarbeitenden
  • Motivation, Zielorientierung und Leistungsförderung
  • Persönliches Verhalten gegenüber Mitarbeitenden, Kollegen auf gleicher Ebene, Vorgesetzten, Kunden, Lieferanten, Behörden, etc.
  • Handhabung von Führungsinstrumenten wie beispielsweise Zielvereinbarungen, Mitarbeitergespräche, Wertschätzung, Kritikgesprächen, Kontrollmechanismen, Ressourcenplanung, etc.
  • Präsentationsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit

Um die Persönlichkeit und das Verhalten korrekt bewerten zu können, bedarf es einer individuellen und differenzierten Auseinandersetzung mit der zu wertenden Person. Wie bereits erwähnt, lassen Unternehmenskultur und der im Unternehmen praktizierte allgemeine Führungsstils das Verhalten einer Führungskraft in einem erklärenden Kontext erscheinen und kann so oft zusätzliche Substanz und Aussagekraft in die Bewertungen bringen.