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Feedback / Rückmeldung

Feedback und Kritik sind genau genommen dasselbe, nämlich Rückmeldungen. Nur werden sie im allgemeinen Sprachgebrauch unterschiedlich interpretiert.

Im Sender – Empfänger – Modell der Kommunikation schliesst das Feedback den kreisförmigen Kommunikationsprozess. Erst dadurch entsteht ein Dialog als das wichtigste Merkmal der zwischenmenschlichen Kommunikation. Sowohl das Verschlüsseln als auch das Entschlüsseln einer Nachricht sind Quellen von Missverständnissen und Unsicherheiten. Mit dem Feedback hat der Mensch ein Mittel in der Hand, diese Missverständnisse und Unsicherheiten möglichst zu beseitigen.

Das möglichst häufige Zurückmelden, wie man den Gesprächspartner verstanden hat, verbessert die Verständigung enorm. Die Gesprächspartner können mit Hilfe von Feedback ständig überprüfen, ob sie sich richtig verstanden haben.

Auch ein Feedback hat wie jede Nachricht vier Seiten. Der Empfänger, der eine Rückmeldung gibt, weist auf Sachverhalte hin; er gibt aber vor allem auch etwas von sich selbst kund, nämlich wie er auf die Nachricht reagiert, was er hinterlegt und was sie bei ihm auslöst (Selbstmitteilung). Er drückt auch aus, wie er zum Sender steht (Beziehung), und oft hat das Feedback einen deutlichen Appellcharakter, indem sie die Aufforderung an den Sender enthält, etwas zu ändern oder beizubehalten.

Positive Wirkung von Feedback

  • Positives Verhalten wird verstärkt
  • Verhaltensweisen, die nicht genügen, werden korrigiert
  • Hilft, andere Menschen zu verstehen
  • Die zwischenmenschlichen Beziehungen werden geklärt

Feedback hilft uns, uns selbst und die Umwelt realistischer wahrzunehmen. Erst Feedback ermöglicht Lernen, eine Verbesserung von Beziehungen und erst Feedback bewirkt im positiven Falle, dass wir unser Verhalten ändern.

Formen von Feedback

  • Eigen-Feedback = Feedback der Selbstwahrnehmung
     Ich teile den anderen mit, wie ich mich selbst sehe, wahrnehme und fühle
  • Feedback an andere = Feedback der Fremdwahrnehmung
     Ich teile den anderen mit, wie ich sie sehe und wahrnehme
  • Gegenseitiges Feedback = Vergleichende Gegenüberstellung von Selbst- und Fremdwahrnehmung
     Gruppenmitglieder teilen sich gegenseitig mit, was sie über sich selbst und über andere denken und fühlen

Feedback-Regeln

Ein Feedback geben heisst, positive oder korrigierende Rückmeldung zu machen zu Verhaltensweisen oder Leistungen einer anderen Person. Folgende Regeln sind beim Feedback zu beachten:

Beschreibend

Feedback soll beschreibend und nicht wertend sein. Indem ich meine eigenen Beobachtungen und Reaktionen beschreibe, überlasse ich es der angesprochenen Person, diese Informationen für die Veränderung oder Beibehaltung ihres Verhaltens zu verwenden oder nicht. Indem ich bei korrigierendem Feedback Bewertungen unterlasse, verringere ich im anderen die Notwendigkeit, sich zu rechtfertigen.

Konkret

Feedback soll sich auf gemeinsame Erlebnisse, auf begrenztes Verhalten, nicht allgemein auf die ganze Person und deren Gesamtverhalten beziehen. Keine allgemeinen Floskeln, keine Bezüge zu nicht präsenten Ereignissen, sondern konkrete Einzelheiten.

Angemessen

Das Feedback soll angemessen sein. Es wirkt zerstörend, wenn ich nur die eigenen Bedürfnisse sehe und nicht die diejenigen der anderen Person, der ich diese Information zukommen lasse.

Brauchbar

Feedback muss sich auf Verhaltensweisen oder Leistungen beziehen, die der anderen Person auch einen Nutzen bringt.

Bei korrigierendem Feedback muss die andere Person fähig sein, diese Korrektur vorzunehmen. Bei positivem Feedback soll die andere Person motiviert sein, dieses Verhalten beizubehalten, evtl. sogar zu steigern. 

Erbeten

Feedback ist dann am wirksamsten, wenn der Empfänger eine Rückmeldung auch wirklich wünscht. Dies ist meist der Fall, auch wenn es nicht direkt ausgesprochen wird; wir wollen wissen, wo wir stehen.

Rechtzeitig

Je kürzer die Zeit zwischen dem betreffenden Verhalten und dem Feedback ist, desto grösser ist die Wirkung.

Klar und genau formuliert

Die Rückmeldung soll möglichst präzis sein. Es soll nachgeprüft werden, ob sie verstanden wurde = Rückfrage.

Korrekt, sachlich richtig

In jeder Gruppe können sowohl die Feedbackempfangenden als auch die Feedbackgebenden die anderen Mitglieder der Gruppe nach ihren Eindrücken befragen, um Fehler und subjektive Verzerrungen zu vermeiden, bzw. zu korrigieren.

Kleinigkeiten und Feedback, die man im Kontakt mit Menschen für Selbstverständlich hält, werden im täglichen Umgang - vor allem mit vertrauten Menschen - gerne vernachlässigt. Dabei stellen sie das Salz in der Beziehungssuppe dar.

Erfolgreich Feedback-Gespräche führen

Ein wichtiger Teil der Teamarbeit ist auch das Führen von Feedback-Gesprächen. Alle Mitarbeitenden sollten wissen, was Sie an ihnen und ihrer Arbeit schätzen, und auch, was eher Ihr Missfallen findet. Feedback-Gespräche werden aber nicht nur geführt, um „Negatives“ anzubringen – sie dienen auch dazu, Mitarbeitende zu motivieren und falsche Entwicklungen zu verhindern. Auch bei Konflikten mit Kollegen oder Mitarbeitenden führen diese Tipps zu einer besseren Zusammenarbeit.

Anderen zu sagen, wie Sie sie sehen, ist eine besondere Gesprächsform. Denn diese Gesprächsart tut manchmal weh – oder löst sogar Abwehr aus. Niemand akzeptiert es einfach so, in seinem Selbstbild korrigiert zu werden. Es bedarf einer gewissen Offenheit zur Selbstreflexion und Bereitschaft, an sich arbeiten zu wollen.

Diese Regeln erleichtern daher diese besondere Gesprächsform:

  • Führen Sie das Gespräch direkt mit den Betroffenen, immer unter vier Augen.
  • Vereinbaren Sie extra einen Termin für das Gespräch statt es zwischen Tür und Angel zu führen.
  • Verzichten Sie auf den üblichen Smalltalk und bringen Sie Ihr Anliegen auf den Punkt. 
     Beispiel: Herr Fischer, ich möchte mit Ihnen über den Versand der vertraulichen Unterlagen sprechen.
  • Machen Sie keine Vorwürfe/Vorhaltungen – bleiben Sie sachlich.
     Positives Beispiel Kritik: Frau Müller hat angerufen. Sie hat Unterlagen erhalten, die nicht für sie bestimmt waren.
  • Sprechen Sie bei Verhaltens-Feedback immer in der ICH-Form. SIE-Aussagen wirken vorwurfsvoll.
     Positives Beispiel: Ich habe den Eindruck, dass es Ihnen zurzeit nicht gut geht.
  • Sprechen Sie bei Leistungs-Feedback immer in der SIE-Form. ICH-Aussagen wirken ziellos.
     Positives Beispiel: Sie müssen sicherstellen, dass Unterlagen immer an die richtigen Adressen versandt werden.
  • Bieten Sie bei der Suche nach einer Lösung Unterstützung an.
     Positive Beispiele: 
     - Wie könnte das Problem gelöst werden? 
     - Wie können Sie sicherstellen, dass es nicht zu Verwechslungen kommt? 
     - Welche Unterstützung brauchen Sie?

  Feedbackregeln - Checkliste