Das wichtigste Führungsinstrument für Führungskräfte ist die Sprache.
Wer heute nicht intensiv an der Verbesserung seiner Mitarbeiterkommunikation arbeitet, hat morgen keine mehr, weil der Zugang zu Mitarbeitenden verschlossen bleibt. Darum ist die ständige Selbstreflexion notwendig, die an sich selbst gerichtete Frage: „Was muss und kann ich tun, um meine kommunikativen Fähigkeiten so zu verbessern, dass ich meine Mitarbeitenden erreiche?“ Mit fünf Fragen können Sie testen, wie gut Ihre Kommunikation ist.
Kommuniziere ich respektvoll?
Es gibt Kommunikationsregeln, ohne die eine Gesprächsführung nicht gelingen kann. Dazu gehören Respekt und Aufmerksamkeit. Führungskräfte bekunden ihr ehrliches Interesse am Gesprächspartner, indem sie genau hinhören, die Körpersprache und die nonverbalen Signale beachten und vor allem nachfragen anstatt zu monologisieren. Ihr Ziel ist der Dialog auf Augenhöhe. Hinzu kommt die Wertschätzung, dass die Mitarbeitenden eine andere Wahrnehmung und Meinung haben können und die Welt anders interpretieren als die Führungskraft.
Kommuniziere ich lösungsorientiert?
Ganz gleich, welcher Kommunikationsstil zur Anwendung gelangt: Führungskräfte finden das Tor zum Herzen und Verstand ihrer Mitarbeitenden, indem sie lösungsorientiert kommunizieren und sich weniger an der Problembeschreibung aufhalten. Problembeschreibung hat etwas mit nach rückwärts gerichteter Vergangenheitsbewältigung zu tun, mit der Suche nach Schuldigen. Sicherlich geht es nicht ohne Analyse und Ursachenforschung. Aber es ist notwendig und richtig, so rasch wie möglich in die Lösungsfindung = Zukunftsorientierung einzubiegen.
Was bewirken meine Äusserungen?
Lösungsorientierte Personalmanager vermeiden es, „Minuswörter“ und „Minussätze“ wie
zu verwenden. Gehen solche Äusserungen mit heftigem Kopfschütteln oder einer abwertenden Handbewegung einher, wird das Vertrauensverhältnis zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften nachhaltig gestört. Zielführender sind Formulierungen wie:
Indem Führungskräfte solche Satzanfänge wählen und sie mit einem ermunternden Kopfnicken begleiten, bieten sie den Mitarbeitenden aktiv ihre Unterstützung an. Entscheidend ist, dass sie mit Fingerspitzengefühl kommunizieren und bedenken, was ihre Äusserungen in der Vorstellungswelt der Mitarbeitenden auslösen. Unbedachte „Minussätze“ können das Selbstwertgefühl nachhaltig beschädigen.
Kommuniziere ich individuell?
Vielen Führungskräften unterläuft der Fehler, in unterschiedlichen Führungssituationen mit verschiedenen Mitarbeitenden immer dieselbe kommunikative Strategie anzuwenden. Mitarbeiterführung ist jedoch vor allem dann zielführend, wenn man möglichst viele wertschätzende Kommunikationsstile beherrscht und diese personen- und situationsangemessen einsetzt.
Beispiele
Gebe ich konstruktives Feedback?
Mitarbeiterorientierte Führungskräfte geben ihren Mitarbeitenden ständig Feedback, um diese bei ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen. Damit das gelingt, sollten sie das Feedback regelmässig, unter vier Augen und stets konkret geben. Hierbei gilt es, Verallgemeinerungen zu vermeiden und die Rückmeldung stets auf eine konkrete Situation zu beziehen. Ziel ist es, den Mitarbeitenden Handlungsperspektiven zu eröffnen und selbst bei heftiger Kritik wertschätzend zu argumentieren. Wertschätzende Kommunikation – damit schliesst sich der Kreis zu den eingangs genannten globalen Kommunikationsregeln.
Verlange ich Feedback?
Es ist nicht immer sicher, ob gegebene Informationen oder Anweisungen vom Gegenüber richtig verstanden werden. Hier lohnt es sich, eine Rückmeldung zu verlangen, beispielsweise „um sicherzustellen, dass ich mich klar ausgedrückt haben, sagen Sie mit in Ihren Worten, was . . . „.
Ebenso hilfreich – und für Mitarbeitende auch motivierend – sind Rückmeldungen zu betrieblichen Abläufen. Wenn Mitarbeitende aufgefordert werden zu berichten, was gut läuft und wo Optimierungsbedarf nötig ist, hilft das der Führungskraft, den Mitarbeitenden und dem gesamten Unternehmen.