Nach wie vor herrscht vielfach die Meinung vor, dass eine gute fachliche Qualifikation die beste Voraussetzung für Führungspersonen sei – dies ist ein riesengrosser Irrtum.
Lernen kann man nur die Führungsmethoden. Führungseigenschaften kann man nicht im eigentlichen Sinn lernen – sie sind da oder sie sind eben nicht da. Dazu kommt noch der unbedingt notwendige Wille zu führen.
Besitze ich Führungseigenschaften?
Bevor jemand sich in eine Führungsaufgabe begibt, muss man sich selbst fragen: „Habe ich Führungseigenschaften?“
Wir alle besitzen positive und negative Eigenschaften. Diese zu analysieren und zu hinterfragen ist der erste Schritt. Stellt sich heraus, dass meine Eigenschaften – sowohl die positiven als auch die negativen – zur Führung von anderen Menschen geeignet sind, kann ich mich weiter mit einer Karriere als Führungsperson befassen. Stellt sich aber genau das Gegenteil heraus – was absolut nicht negativ ist – dann weiss ich, dass ich wahrscheinlich besser eine Karriere als Fachkraft mache und primär meine fachliche Qualifikation weiter ausbauen muss.
Grundsätzlich diene ich allen – mir selbst, meinen Mitarbeitenden, dem Unternehmen für das ich arbeite – damit, wenn ich diese Entscheidung lange vor einer Aufgabe als Führungsperson für mich entscheide.
Optimierung meiner Führungseigenschaften
Auch wenn sich heraus stellt, dass ich grundsätzliche Führungseigenschaften besitze, so muss ich in einem zweiten Schritt nun analysieren, welche meiner Eigenschaften ich belassen und welche ich optimieren muss.
Es gibt keinen Fall, bei dem nicht an den persönlichen Eigenschaften gearbeitet werden muss, wenn ich andere Menschen führen will. Selbst die besten Führungspersonen machen eine persönliche Entwicklung durch und diese muss immer in Richtung Optimierung laufen.
Eine wesentliche Form der Optimierung ist die Anpassung meiner Eigenschaften in Bezug auf die zu führenden Mitarbeitenden. Als krasses Beispiel dient folgender Vergleich:
Wenn ich in einer Grossbank eine gute Führungsperson bin, bin ich dies noch lange nicht auf einer Baustelle, denn ich habe es mit sehr unterschiedlichen Menschen mit sehr unterschiedlichen persönlichen Zielen, Wertvorstellungen und Weltanschauungen zu tun.