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Gesprächsablauf - Vorbereitung

Liegt die schriftliche Analyse der Mitarbeitenden vor, bedarf er der persönlichen Besprechung. Diese darf jedoch nicht zur Formalität verkommen, sondern soll eine rege und beidseitige Kommunikation beinhalten.

Die Teilnehmenden

Normalerweise nehmen zwei Personen – Vorgesetzte und Mitarbeitende – an einem solchen Gespräch teil. Wenn keine persönlichen Differenzen oder umgekehrt ein sehr freundschaftliches Verhältnis besteht, ist diese Zusammensetzung in Ordnung.

Etwas anders sieht es aus, wenn eben solche Differenzen oder Freundschaften bestehen. Beides führt meistens nicht zum gewünschten Erfolg, nämlich der positiven Konstanz oder Verbesserung für die Zukunft. In der Praxis hat sich in solchen Fällen ein System bewährt, bei dem drei Personen an dieser Gesprächsrunde teilnehmen:

Mitarbeitende  -   direkte Vorgesetzte  -  Vorgesetzte der Vorgesetzten

Allfällige zwischenmenschliche Spannungen können so gemildert werden. Dabei ist das Mitglied der höchsten Führungsebene jedoch nur stiller Beobachter und greift höchstens auf Verlangen oder in einer Konfliktsituation ein.

Als Variante ist auch denkbar, dass jemand von der Personalabteilung diesem Gespräch beiwohnt. Es dürfen aber niemals mehr als drei Personen anwesend sein, ansonsten sich Beurteilte unterlegen fühlen könnte.

Ort des Gesprächs

Ein vernünftiges Gespräch kann nur dort stattfinden, wo auch Ruhe herrscht und keine Störungen zu erwarten sind. Dieser Ort kann sich notfalls auch im Büro von Vorgesetzten befinden, wenn eine Abschottung machbar ist.

Den grössten Vorteil für solche Gespräche bieten neutrale Orte wie beispielsweise ein Sitzungszimmer - niemand der Gesprächsteilnehmenden hat einen „Heimvorteil“.

Ein geeigneter Raum sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Absolut ruhig, keine Störungen durch irgendwelche Emissionen
  • Kein Telefon, welches nicht abgestellt werden kann
  • Nicht einsehbar
  • Nicht geringhörig
  • Neutral

Es ist wichtig, immer daran zu denken, dass es sich um ein Gespräch von hoher Wichtigkeit handelt und auch vertrauliche Themen erörtert werden könnten.

Sitzanordnung

Auch wenn es auf Anhieb nicht als sehr bedeutend erscheinen mag, so kommt der Sitzanordnung eine grosse Bedeutung zu.

Es ist absolut zu vermeiden, die Anordnung so zu wählen, dass sich die Gesprächsteilnehmenden direkt gegenüber sitzen. Bei drei Personen wäre die Auswirkung noch schlechter, wenn zwei Personen der Führungsebene oder Personalabteilung einer Person gegenüber sässen.

Die optimalste Sitzanordnung findet sich an einem runden Tisch, an welchem alle drei Gesprächsteilnehmenden sich verteilen können. Bei einem eckigen Tisch soll die Anordnung über drei Seiten erfolgen, wobei die beobachtende Person nicht zwischen Vorgesetzten und mitarbeitenden Person sitzen darf.

Gesprächsablauf

Ein Mitarbeitergespräch muss gut vorbereitet sein. Wann wird was gesagt, wer sagt wann was, wie ist der Gesamtablauf und wie wird auf Einwände reagiert. Der nachfolgende Plan hilft, die wichtigsten Schritte einzuhalten:

Vor dem Gespräch –   Formular Vorbereitung

Einladung

  • Frühzeitig Termine allen Beteiligten bekannt geben

Vorbereitung des Gesprächs

  • Unterlagen des letzten Gesprächs studieren
  • Stellenbeschreibung / Anforderungsprofil studieren
  • Evtl. Unterlagen zur Veranschaulichung bestimmter Begebenheiten bereitstellen
  • Optimierungsvorschläge vorbereiten
  • Ziele und Gesprächsverlauf festlegen

Im Gespräch

Eröffnung

  • Entspannte Atmosphäre / positives Klima schaffen
  • Begrüssung mit Wertschätzung
  • Ziel und Ablauf des Gesprächs erläutern

Rückblick gesamtheitlich

Gesamtheitlicher Rückblick seit dem letzten Gespräch. Je nach Firmengrösse über Gesamtunternehmen, die Abteilung oder den Arbeitsbereich der Mitarbeitenden.

Beurteilung durch Vorgesetzte

  • Welche Punkte sind gut
  • Welche Punkte haben Optimierungsbedarf
  • Was wird besonders geschätzt
  • Was wird nicht so geschätzt = muss sich ändern
  • Welches sind die Stärken des Mitarbeitenden

Arbeitssituation

  • Wie erlebt Mitarbeiter / Mitarbeiterin derzeit die eigene Arbeit?
  • Welche Aufgaben im vergangenen Jahr sind besonders in Erinnerung geblieben?
  • Aufgabenverteilung: Was ist gut, bzw. was sollte optimiert werden?

Beurteilung der bisherigen Ziele

  • Welche Ziele aus dem letzten Mitarbeitergespräch wurden: erreicht / teilweise erreicht / nicht erreicht?
  • Welche Gründe haben das Erreichen / Nichterreichen der Ziele begünstigt?

Zielvereinbarung

  • Welche Ziele werden konkret vereinbart?  à bei jedem Beurteilungspunkt
  • Was sind die wichtigsten Entwicklungsfelder / zu optimierende Punkte?
     - maximal drei übergeordnete Ziele, sofern sinnvoll
  • Was ist zur Zielerreichung erforderlich? 
     Welche begleitenden Massnahmen braucht es?

Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetztem sowie im Team

  • Was läuft derzeit gut?
  • Was soll beibehalten werden?
  • Was soll optimiert/geändert werden?
  • Wodurch könnte die Zusammenarbeit optimiert werden?

Entwicklungsziele und Entwicklungsvereinbarungen

  • Welches sind die beruflichen und Entwicklungsziele mittel- und langfristig?
  • Wie lauten die konkreten Vereinbarungen für Entwicklungsmassnahmen? à was, wer, mit wem, bis wann

Rahmenbedingungen der Arbeit

  • Welche Faktoren sind derzeit förderliche für Leistungsfähigkeit und Arbeitsfreude/Zufriedenheit?
  • Welche rahmenbedingten Massnahmen könnten zu einer Optimierung beitragen?
     Organisation, technische Ausstattung, Arbeitsmittel, Arbeitsplatz, etc.

Abschluss des Gesprächs

  • Zusammenfassung des Gesprächs
  • Vereinbarungen festhalten
  • Dank für Leistung  à  Positive Verabschiedung

Nachdem Gespräch

  • Erhaltene Eindrücke für sich schriftlich festhalten
  • Massnahmen, welche vereinbart wurden, einleiten
  • Veränderungen oder Bestand überwachen

Dieser Plan kann auch während dem Gespräch als Gedankenstütze benützt werden oder auf Grund dieser Vorlage können die einzelnen Punkte vorbereitet werden.