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Ich-und Sie-Botschaften

Ich-Botschaften bei Verhalten

Situation:

Herr Clever ärgert sich wieder einmal über Peter Muster. Wie schon zwei, drei Male zuvor findet er auch heute die gewünschten Unterlagen nicht. Herr Clever explodiert: „Sie sind wirklich sehr unordentlich. Es wäre kein Luxus, wenn Sie Ihre Bequemlichkeit überwinden und endlich Ordnung in ihrem Chaos schaffen würden. Das ist ja kein Zustand!“

Diese Sie-Botschaften (Du-Botschaften) – „Sie sind....“, Sie sollten....“ – wirken negativ auf die Beziehung der beteiligten Personen. Es sind persönliche Angriffe und Vorwürfe. Der Partner fühlt sich angegriffen, in die Enge getrieben und muss versuchen, sich zu verteidigen. Und bekanntlich ist ja Angriff die beste Verteidigung.

Besonders in Konfliktsituationen ist es daher wichtig, dass wir unseren Ärger, unsere Enttäuschung, Unzufriedenheit usw. dem anderen in Form von Ich-Botschaften mitteilen.

Situation:

„Wenn Sie die Unterlagen, die ich verlangt habe, nicht finden, habe ich das Material nicht, das ich für die Beendigung dieses Projektes benötige und ich fühle mich von Ihnen im Stich gelassen.“

Ich-Botschaften dienen dazu, anderen mitzuteilen, wie ihre Verhaltensweisen auf uns wirken, sie damit zu konfrontieren, ohne jedoch zurechtzuweisen, anzugreifen und zu beschuldigen.

Die Ich-Botschaft setzt sich aus 3 Elementen zusammen

  1. Eine Beschreibung des Verhaltens, das Sie nicht akzeptieren können.
     (Wenn Sie die Unterlagen, die ich verlangt habe, nicht finden)
  2. Die konkreten Konsequenzen, die Wirkung des Verhaltens auf Sie.
     (habe ich das Material nicht, das ich brauche)
  3. Ihre ehrlichen Gefühle dabei (eigentliche Ich-Botschaft)
     (und ich bin sauer, weil ich mich von Ihnen im Stich gelassen fühle)

Vorteile der Ich-Botschaften:

  • Sie enthält keine negative Bewertung des Partners
  • Sie verletzt die Beziehung nicht
  • Sie fördert höchstwahrscheinlich die Bereitschaft, sich zu verändern
  • Ich habe ein Problem, nicht der andere

Ich-Botschaften wirken nicht,

  • wenn der Angesprochene selber starke Bedürfnisse hat
  • wenn der Angesprochene ein anders Wertesystem hat
  • wenn einer von beiden nicht an einer guten Beziehung interessiert ist

Sie-Botschaften bei Arbeitsaufträgen oder Kritik

Bei Arbeitsaufträgen und korrigierender Kritik ist eine klare, unmissverständliche Kommunikation oberstes Gebot – dies steht keinesfalls im Widerspruch zu den oben aufgeführten Punkten. Ergänzend ist hier zu beachten, dass für diejenigen, die den Auftrag erhalten, von Beginn weg alles äusserst klar ist. Äusserungen, wie

  • „wären Sie bitte so freundlich und würden Sie mir in den nächsten Tagen . . . „
  • „könnten Sie gelegentlich . . . „
  • „im Laufe dieses Monats sollte man unbedingt . . . „

helfen niemandem – weder den Führungskräften noch den Mitarbeitenden. Im Alltag sind diese Formulierungen – aus welchen Gründen auch immer – jedoch sehr weit verbreitet.

Arbeitsaufträge

Bei Arbeitsaufträgen müssen immer alle Eckpunkte klar sein.

Mitarbeitende unerfahren / wenig Erfahrung

  • 1.     Ziel des Auftrags definieren
  • klare Definition
  • der Aufgabe 
     – was muss exakt gemacht werden
  • des Zeitrahmens 
     – wie viel Zeit steht exakt / im Maximum zur Verfügung
  • des Zeitpunkts der Fertigstellung 
     – auf den Tag, evtl. sogar auf die Stunde genau
  • der Ausführungsart 
     – wie muss die Aufgabe erfüllt werden
  • der einzusetzenden Hilfsmittel 
     – dazu gehören auch die Kompetenzen

Mitarbeitende mit Erfahrung

  • 1.     Ziel des Auftrags definieren
  • Klare Definition des Zeitpunkts der Fertigstellung 
     – auf den Tag , evtl. sogar auf die Stunde genau
  • Frage, wie MA dieses Ziel erreichen kann/will
  • Fragen zur Aufgabe 
     – was wird MA exakt wie machen
  • Frage nach benötigtem Zeitrahmen
     – wie viel Zeit braucht MA im Maximum/Maximum
  • Frage zu allfällig benötigten Hilfsmitteln

Korrekturen nur dann anbringen, wenn Vorschläge der MA von Ziel abweichen.

Daran können sich Auftragsempfangende orientieren und werden dafür auch dankbar sein, da es im Nachhinein zu keinen unerwünschten Fehlleistungen und Diskussionen kommt.