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Konstruktive Kritik

Genau genommen handelt es sich bei einer Kritik auch um ein Feedback. Falsch angebrachte Kritik ist oft die Ursache für Missverständnisse oder gar ein gestörtes Betriebsklima. Viele Führungskräfte scheuen aus diesen Überlegungen davor zurück, ihre Mitarbeitenden und auch Vorgesetzten offen zu kritisieren. Der Kritisierte wiederum fühlt sich persönlich verletzt und ungerecht behandelt. Kritik hat aber viele Vorteile, sofern sie offen und korrekt (konstruktiv) angebracht wird:

Für die Führungskraft

  • Verhalten der Mitarbeitenden kann korrigiert werden
  • Fehlerquellen werden eingeschränkt
  • Leistung wird quantitativ und qualitativ besser
  • Verbesserung der Beziehungen
  • Offene Hinweise auf Fehlverhalten fördern die Fähigkeit zur Selbstkritik

Für Mitarbeitende

  • Der eingeschlagene Weg wird rechtzeitig geändert
  • Bessere Orientierung möglich
  • Verfahrene Situationen können bereinigt werden
  • Grosser Lerneffekt
  • Möglichkeit zur Verbesserung der eigenen Arbeitsqualität und Förderung der Entwicklung

Folgende Grundregeln sollen bei Ausübung von Kritik befolgt werden:

Für den Kritisierenden

  • Kritisiert werden soll das beobachtete Fehlverhalten, nicht die Person
  • Kritik muss begründet werden können - 6-W-Regel: wer, was, wann, wo, wie, warum
  • Keine Kritik an oder vor Dritten, Kritik hat stets persönlich unter vier Augen zu erfolgen
  • Nicht von Stimmungen oder Vorurteilen leiten lassen, sachlich vorbringen, nicht verletzend
  • Kritikgespräche nicht aufschieben
  • Wiederholte Kritik vermeiden, jeder Punkt darf nur einmal im Gespräch genannt werden
  • Keine Umschweife - schnell auf den Punkt kommen
  • Kritik erfolgt immer im persönlichen direkten Gespräch
  • Kritik als Hilfestellung - Fehler selbst finden lassen
  • Keine Altlasten, keine Schuldsuche

Für den Kritisierten

  • Auf Gegenangriffe verzichten
  • Nicht nur zum Schein zustimmen, Einsicht statt Entschuldigungen
  • Keine Abwehrreaktionen, Ausreden oder Schweigen vermeiden
  • Die Kritik nicht dramatisieren
  • Nicht anderen die Schuld geben
  • Nicht den Kritiker kritisieren
  • Lösungsvorschläge von sich aus anbieten
  • Zusammenfassung der Situation

Das Kritikgespräch

soll nicht eine Aufarbeitung von begangenen Fehlern oder Fehlverhalten sein. Es muss eine Anleitung sein, wie Mitarbeitende ihre Arbeit / ihr Verhalten in Zukunft optimieren können, bzw. müssen.

Der Gesprächsablauf gliedert sich in folgende Elemente:

  1. Ziel des Gesprächs definieren
  2. Fragen zu Lösungsmöglichkeiten
     - keine negativ formulierten Fragen
     - keine verletzenden Fragen
     - keine umständlichen Fragen
  3. Andere Lösung akzeptieren – wenn realistisch
  4. Bedienungsanleitung bereit halten
  5. Kontrollpunkte / Zwischenziele definieren
  6. Zielkontrolle definieren
  7. Rückmeldung geben

Fehlverhalten - Leistungsabfall

Fehlverhalten und Leistungsabfall treten meist gemeinsam auf, da das eine das andere bewirkt. Die Ursachen dafür können sehr verschieden sein:

  • Unvermögen von Mitarbeitenden
  • Führungsschwäche von Vorgesetzten
  • Demotivation - allgemeine Unzufriedenheit innerhalb und ausserhalb des Betriebs
  • Mangelhaftes Wissen, Ausbildung
  • Probleme im privaten oder beruflichen Umfeld
  • Unterforderung von Mitarbeitenden - besonders bei Routinearbeiten zu beobachten

  Arbeitsblatt - Kritikgespräch