Gelegentlich wird der Nutzen dieser Gespräche in Frage gestellt. Dies rührt in den meisten Fällen daher, dass die Gespräche entweder nicht nach einem einheitlichen System, nicht konsequent, nach einem für das betroffene Unternehmen ungeeigneten System oder als lästige „Nebenbeschäftigung“ durchgeführt werden.
Die Praxis über eine längere Zeitspanne zeigt aber, dass sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeitenden ein echter Nutzen entsteht – vorausgesetzt die Rahmenbedingungen stimmen.
Nutzen für das Unternehmen
Wie bereits bei den Grundsätzen erwähnt, basiert der Nutzen für das Unternehmen auf folgenden Grundüberlegungen:
Daraus kann das Unternehmen ableiten, welche Ziele die Mitarbeitenden individuell verfolgen und sie bei der Zielerreichung – soweit dies mit den Unternehmenszielen kongruent ist – aktiv unterstützen. Daraus resultiert dann auch wieder ein Nutzen oder Gewinn für das Unternehmen selbst. Das Unternehmen kann aus solchen institutionalisierten Beurteilungen auch Schwachstellen im System - beispielsweise in einem Arbeitsablauf – erkennen und Massnahmen zur Optimierung einleiten.
Ein organisatorischer Nutzen entsteht auch insbesondere bei Mitarbeitenden, welche nach längerer Firmenzugehörigkeit das Unternehmen verlassen oder bei einem Wechsel der Vorgesetzten: Es kann auch nach längerer Zeit noch ein relevantes und korrektes Arbeitszeugnis auf Grund der schriftlichen Gesprächsunterlagen erstellt werden.
Nutzen für Mitarbeitende
Die Mitarbeitenden erkennen aus einer Beurteilung wo sie stehen und erhalten ein gezieltes Feedback. Entgegen der laufenden Beurteilung durch Vorgesetzte wird hier die Leistung schriftlich festgehalten.
Ebenso nützlich ist für Mitarbeitende, wenn zu erreichende Verbesserungen, Veränderungen und allgemeine Zielsetzungen ausführlich besprochen und festgehalten werden.
Eine Studie des Roffey Park Institute in England belegt, dass Mitarbeitende grösstenteils eine solche Rückmeldung erwarten und klar ihre Motivation fördern.