Insbesondere bei unangenehmen Themen geschieht es oft, dass man sich schon gedacht hat „ich sage besser nichts“. Damit lasse ich aber meine Mitarbeitenden bewusst in die falsche Richtung gehen – und das kann wohl nicht das Ziel sein. Darum müssen auch sogenannt heile Themen immer angesprochen werden.
Innerhalb eines „heiklen“ Gesprächs sind die anzuwenden Techniken von grosser Bedeutung. Das bestens geplante Gespräch kann zu einer Null-Runde verkommen, wenn die „Spielregeln“ nicht eingehalten werden. Die nachfolgenden Tipps sollen dazu beitragen ein „heikles“ Gespräch erfolgreich abschliessen zu können.
Definition von Spielregeln
Als Führungskraft schlagen Sie einige Spielregeln für das Gespräch vor und erweitern, bzw. ergänzen diese durch Überlegungen der Betroffenen. Wichtig ist, dass die Betroffenen mit den formulierten Spielregeln einverstanden sind. Zudem werden damit der Führungskraft die Verantwortung und die Kompetenz übertragen, für die Einhaltung dieser Regeln zu sorgen.
"Ich-Botschaften" aussprechen
Wenn Sie Reibungen und Spannungen wahrnehmen, empfiehlt es sich, möglichst direkt mit dem Gegenüber ins Gespräch zu kommen. Das Ansprechen in Form von sogenannten "Ich-Botschaften" ist elementar wichtig, weil man mit ihnen ausdrückt, wie man sich fühlt, was einen bewegt. Dies geschieht dadurch, dass man
Unerwünschtes aussprechen
Die Formulierung des Unerwünschten hat zum Zweck, anderen aufzuzeigen, dass ein bestimmter Gang der Dinge für mich unerwünscht ist und ich deshalb bemüht bin, es nicht so weit kommen zu lassen. Mit dem Aussprechen gebe ich zu verstehen, dass ich mir selbst Grenzen stecken will. Ähnlich wie bei den Ich-Botschaften ist es auch hier entscheidend, dass in die Formulierungen keine versteckte Kritik am Verhalten der Mitarbeitenden verpackt ist.
Gegenseitiges Hineindenken anstreben
Um die gegenseitigen Interessen / Positionen kennen zu lernen und nachvollziehen zu können, ist es zwingend, sich in die Situation des Gegenübers hineinzuversetzen. Dies kann dadurch geschehen, dass man die Gesprächsteilnehmenden auffordert, sich zu überlegen, wie es sich in der Haut des Gegenübers anfühlt, welche Überlegungen, Ängste und Befürchtungen dieser hat, und sich dies nachher gegenseitig mitteilt.
Dabei geht es darum, dass die Parteien ihre Fixierung auf die eigene Erlebniswelt durchbrechen und sich mit den möglichen Überlegungen der Gegenpartei auseinandersetzen. Dabei müssen konkrete Fragen zur Situation, zu Hoffnungen, Ängsten, Lösungen, Erwartungen der Gegenpartei beantwortet werden.
Visualisierung
Neben der gebräuchlichsten Art der Kommunikation, der Sprache, ist es insbesondere bei Konfliktgesprächen sehr hilfreich, vermehrt auch die Bild/Augen-Komponenten einzusetzen. Sehr gut eigenen sich dazu Arbeitsunterlagen, Flip-Charts oder Pin-Wänden. Normale Whiteboards eignen sich schlecht, da man das Geschriebene nicht aufbewahren kann.